Piantoni Continental Super Einbau einer neuen Bodenbeplankung

Durchgeführte Arbeiten

  • Bodenbeplankung ersetzen
  • Reparaturarbeiten an Spanten
  • Kimmstringer teilweise ersetzen
  • Einbau neuer Stringer
  • Ruderanlage tauschen
  • Unterwasserschiff Beschichten
  • Freibord und Deck Lackieren
  • Sitzbänke und Polsterunterkonstruktion neu herstellen
  • Innenausbauteile reparieren/herstellen und beschichten

Das Boot

Typ: Piantoni Continental
Konstrukteur: Piantoni
Baujahr: 1967
Länge: 5,65m
Breite: 2,05m
Verdrängung: 980kg (Verkaufsprospekt) 1,2t(Bootszulassung)
Bauweise: Mahagonie Formverleimt 3 Lagen, Resorcinharzverklebung

Antrieb
Motor: Chrysler V8,
Leistung: 209,4PS / 154kW
Wellenantrieb

Der Zustand des Bootes vor der Reparatur

Der Kunde trat an mich heran da die Piantoni durch Risse im Bootsboden Wasser machte, bei näherer Betrachtung stellte ich fest, daß der Boden an insgesamt in auffällig schlechtem Zustand war. Ein sicherer Betrieb des Bootes war in diesem Zustand nicht mehr möglich. So erhielten wir den Auftrag den Boden zu tauschen. Ausserdem war der Klarlack auf Deck und Freibord stark bewittert und bedurfte einer Lackierung.

Vorbereitungen

Der Motor wurde bereits vor der Anlieferung ausgebaut so reduzierten sich die vorbereitenden Arbeiten auf den Ausbau der Wellen- und Ruderanlage, der Ölwanne, sowie diverser Blenden und Ausbauteile es folgte die beliebte Arbeit des reinigens und entfettens der Bilge…

Anschliessend drehten wir das Boot kieloben, wobei zuvor die empfindliche Windschutzscheibe mit Rahmen demontiert wurde. Besonderes Augenmerk erfordert das Lenkrad welches knapp zur Hälfte über das Deck hinausragt und beim drehen des Bootes durch Gurte und Grundberührung sehr gefährdet ist. Eine Wiederbeschaffung eines solchen Originalteils ist kaum möglich und kann mehrere schlaflose Nächte verursachen.

Anschliessend folgt ein enorm wichtiger Arbeitsgang die zweifelsfreie und genaue Dokumentation der Einbauorte und -lagen aller zu demontierenden Teile.

Demontage des faulen Bodens und Bestandsaufnahme

Wie es häufig ist offenbart sich der tatsächliche Zustand erst beim Demontieren des Bestandes. Das weiss wohl jeder der sich mit der Instandsetzung alter Dinge beschäftigt, seien es Traktoren, Häuser oder eben Boote. Der Boden war an sehr vielen Stellen faul, im Besonderen unter den Rails (aussen angebrachte Keilleisten welche in Gleitfahrt die Benetzte Fläche reduzieren), und den Kimmstringern. Es bestätigte sich nun das der vollständige Tausch des Bodens, auch im Hinblick auf die Betriebssicherheit, die richtige Entscheidung war.

Nach dem Entfernen der Bodenbeplankung zeigte sich, daß zwei Spanten und beträchtliche Teile der Kimmstringer selbst ebenfalls dem Fungus zum Opfer gefallen sind. Auch die vier weiteren in Mitleidenschaft gezogenen kleineren Stringer wurden entfernt, da diese die Schleifarbeiten und das Beschichten der Spanten wesentlich vereinfachte.

Wiederaufbau

Zunächst wurden die Kimmstringer teilweise ersetzt und die Spanten repariert, anschliessend beschichteten wir die gesamte Unterkonstruktion zweifach mit Bilgenfarbe und bereiteten alle Klebeflächen vor (Entfernen alter Leimreste)

Da der neue 12mm dicke Sperrholzboden der starken Krümmung im Vorschiff nicht folgen konnte brachten wir hier drei vier millimeter dünne Sperrholzplatten auf.

Parallel schäfteten wir die weiteren Bodenplatten ausserhalb des Bootes und versiegelten diese auf der späteren Innenseite bereits mehrfach transparent mit Epoxy. In einem weiteren Arbeitsgang wurden die beiden achteren Bodenhälften auf den Rumpf aufgebracht.

Mit dem Anbringen der drei Rails je Seite folgten die letzten Bauteile.

Nach dem „verputzen“ der Kanten und Beischleifen der Schäftungen sowie dem Spachteln des Vorschiffes versiegelten Wir das Unterwasserschiff mit Epoxidharz und Epoxy Primer. Der Wasserpass wurde angerissen und grundiert.

Jetzt konnte das Boot wieder zurückgedreht werden, die Wellenanlage wurde montiert. Wie sich beim aufarbeiten der bronzenen Ruderanlage zeigte war diese vermutlich durch einen Transportschaden verbogen und das Stevenrohr angerissen, so das hier ein neues verbaut wurde was aufgrund anderer Masse weitere strukturelle Verstärkungen in diesem Bereich erforderte.

Möbel und Finish

Da Reparaturen für den Eigner aufgrund Ihrer Unsichtbarkeit trotz hoher Kosten relativ frustrierend sind (das Boot sieht im Anschluss immernoch nicht viel besser aus!) widmeten wir uns nun den sichtbareren Bereichen in Form einer Lackierung der Klarlackflächen.

Es zeigte sich auch das grosse Teile der Motorraumabdeckungen so zerschlissen und angebrochen waren das sie erstetzt werden mussten, ebenso die Unterkonstrukion der gepolsternen Sitzbänke und Lehnen die nach Durchsicht der Sattlerin über den Kofferraum des Eigners Ihren Weg zu uns fanden.

Inzwischen ist das Boot ausgeliefert und erhält sein eisernes Herz wieder zurück. Das Boot ist jetzt für viele Jahre wieder „vollgasfest“

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